VCP UTTENREUTH

Sippenfahrt der Marder ins Jagsttal

vom 25. Juli bis 1. August 1991

Donnerstag, 25.7.91

Treffen um 8:30 Uhr an der Bushaltestelle Altenheim in Uttenreuth.
Fahrt mit Bus, Eilzug und Inter Regio nach Crailsheim.
Ankunft in Crailsheim um 10:35 Uhr.

Kaum waren wir einige Straßen vom Bahnhof entfernt, schon ging ein Wolkenbruch nieder und wir flüchteten uns unter die Ponchos.

Nach fast einer halben Stunde wanderten wir weiter jagstabwärts, vorbei an einem riesigen Steinbruch. Ab und zu noch feucht unterbrochen gingen wir durch einen Wald, an einer Mühle vorbei und auf Schotterwegen bis wir am gegenüberliegenden Ufer eine kleine Wiese erspähten. Nachdem ein kleiner Erkundungstrupp ohne Gepäck den Übergang durch die Fluten der Jagst gemeistert hatte, folgten wir, schwer bepackt, nach. Die Spaghetti zum Abendessen und das Feuer in der Kohte waren die nächsten Erlebnisse, sowie die Übernachtung teils in der Kohte, teils in einer leerstehenden Scheune. Nach dieser ersten noch regnerischen Nacht wurde das Wetter viel besser und wärmer.

Freitag, 26.7.91

An diesem Morgen hielten wir uns ganz genau an den Vorsatz: Wir gehen an der Jagst entlang. Wir folgten der Jagst und erkundeten eine abgelegene Jagstschleife. Zuerst war der Weg - oder besser Pfad - sehr schmal und glitschig. Nur durch vorsichtiges Vorantasten war es möglich sich mit dem Gepäck am Rücken auf den Beinen zu halten. An einer kleinen Wiese gönnten wir uns erst einmal eine Badepause. Auf einem nicht viel besseren Fußpfad liefen wir weiter und entschlossen uns nach etwa zwei Kilometern den Weg abzukürzen: senkrecht den Hang hinauf.

Oben ging ein Wanderweg vorbei und schon bald erreichten wir Mistlau. Nach einem Eis war der Endspurt nach Kirchberg nicht mehr schwer und die Verpflegung für das Wochenende gesichert.

Diese Nacht verbrachten wir in der Maschinenhalle von Eichenau auf einem Holz- und einem Getreidewagen.

Samstag, 27.7.91

Nach einem sehr verspäteten Frühstück, das aber dafür mit frischen Brötchen, setzen wir unseren Weg fort. Hinter Diembot sahen wir schon von weitem die weißen Zelte einer Konfirmandengruppe stehen, an denen wir dann mit einem freundlichen "Haut bloß ab!" begrüßt wurden. Auf diesen Schreck hin legten wir anschließend eine lange Mittagspause ein.

In gemeinsamer Schwerstarbeit wurde ein Damm über zwei Meter in die Jagst vorgetrieben. Zwischendurch vertrieb man sich die Zeit mit Spielen oder dem Zubereiten und Essen von Kartoffelpuffern mit Apfelmus.

Gestärkt und ausgeruht führte unsere Route den steilen Berg hinauf,und durch einen verwachsenen Hohlweg, nach Leofels. Dort kann man eine Burgruine besichtigen und wir taten das auch ausgiebig. Neben der alten Ruine durften wir unsere Kohten aufstellen.

Als alles eingerichtet und das Abendessen verspeist war machten wir uns auf zum großen Rittersaal der Burg, in dem heute eine Linde wächst. Bei Kerzenschein legten Andreas und Rene' ihr Versprechen ab und wurden als Jungpfadfinder in unseren Kreis aufgenommen.

Nach diesem "anstrengenden" Tag schliefen alle tief und fest und waren am Morgen kaum wach zu kriegen.

Sonntag, 28.7.91

Die wichtigste Arbeit neben dem reichlichen Frühstück mit Milch und Brot war, daß der Lagerplatz ganz sauber verlassen wurde. Das Einpacken dauerte länger als erwartet, und auch Christians Rucksack hielt frisch genäht den Anforderungen stand. Ein Lied auf den Lippen schritten wir voran. Dünsbach, Morstein und dann abermals ins Tal hinunter nach Kleinforst zur Mittagspause am Dorfrand. Die Suppe vom Feuer mit den Würstchen war sehr gut, aber böse Zungen behaupten, daß der Pudding ihnen nicht geschmeckt habe. Sie brauchten ja keinen zu essen.

Von zwei Radlern erhielten wir den Tip, daß in Bächlingen ein Holzofenfest gefeiert wurde, und so machten wir uns auf nach Bächlingen. Es war ein langer Marsch über drei Kilometer durch Sonnenglut auf staubiger Straße.

Etwas enttäuschend war, daß das Brot ausgegangen war, aber dafür gab es ja die Gruppenleiter, die auch am Sonntag solche Krisen managen. Micha holte in Langenburg schnell mal einige Pfund Brot.

(3 km steil den Berg hinauf). Die anderen vergnügten sich in der Hupfburg und schauten später dem Jongleur und dem Bumerangwerfer zu, die ihre Künste zeigten.

Am ortseigenen Badeplatz, den wir uns mit seinem Umkleidehäuschen als Nachtquartier ausgewählt hatten, trafen wir einige Zivis mit ihren Freundinnen und verbrachten einen netten Abend.

Montag, 29.7.91

Am nächsten Morgen durfte Micha etwas länger schlafen, während alle anderen sich nach Langenburg aufmachten, um fürs Frühstück einzukaufen. Auf einem schattigen Rastplatz unterhalb von Langenburg gab es bald darauf ein wohlschmeckendes Müsli.

Anschließend teilte sich die Gruppe auf: Einige wollten das Freibad besuchen - mal was anderes als die Jagst -, während die übrigen sich im Automobilmuseum bildeten. Eine Attraktion neben den Oldtimern und Rennwagen waren die beiden Fahrsimulatoren. Rene' hat den Porsche recht gut gefahren und Andreas war auf dem Motorrad auch nicht schlecht. Nachdem das Museum langweilig geworden war startete ein Stoßtrupp zum Großeinkauf für die nächsten Tage.

Am frühen Abend vereinigten sich dann beide Gruppen wieder und es ging den Berg hinunter nach Oberregenbach. Wiederum am Badeplatz rasteten wir und beschäftigten uns teilweise mit dem Dammbau und mit Baden in der aufgestauten Jagst. An einem Baum war eine Schaukel befestigt und es machte viel Spaß über dem Wasser zu schwingen und sich dann einfach reinfallen zu lassen.

Angesichts des schönen Wetters entschlossen wir uns diese Nacht unter freiem Himmel zu verbringen. Heute gab es den letzten Teil der vor einem Jahr begonnenen Geschichte "Wölfe im Forst" zu hören. Der Himmel war leicht bewölkt und so fiel die Sternkunde größtenteils aus.

Dienstag, 30.7.91

Unser letzter Tag an der Jagst.

Früh brachen wir auf, versorgten uns noch mit Wasser und schritten rüstig voran nach Unterregenbach. Auf die Besichtigung der alten Krypta und der Frühgeschichtlichen Sammlung in der alten Schule verzichteten wir aus Gründen der Temperatur.

Schon nach kurzer Rast wanderten wir weiter nach Eberbach. Die Sonne brannte heiß auf uns nieder und wir waren froh, daß einige kurze Wegstrecken durch Wald führten. Gleich hinter der Brücke in Eberbach unterbrachen wir unsere Tour für die Zeit der größten Tageshitze und nutzten die Gelegenheit zu einem letzten ausgiebigen Bad in der Jagst. Hier werden wir die Jagst, unseren bisher ständigen Wegbegleiter verlassen.

Nach dem Mittagessen spürte uns eine Redakteurin des Hohenloher Tagblattes auf, interviewte uns intensiv und schoß zum Abschluß einige Gruppenfotos.

Einen Laden gab es in Eberbach ja, aber kaufen konnten wir dort nur Nudeln und Soße, denn Brot war ausgegangen und nur etwas Fisch als Belag noch zu haben. Für diesen Abend reichte das vorhandene Brot noch, aber fürs Frühstück brauchten wir dann Nachschub.

Am Röthelbach aufwärts setzten wir unsere Reise fort und stellten am Waldrand auf einer Wiese unsere Kohten auf, denn es folgte eine feuchte Nacht.

Mittwoch, 31.7.91

Wir brachen ohne Frühstück auf, denn das Brot war wie erwartet ausgegangen. Durch einen enges Saumpfad und zugewachsene Wiesenwege schlugen wir uns durch bis zur Hertensteiner Mühle. Dort erfuhren wir, daß wir den Bäcker nur um wenige Minuten verpaßt haben und daß es im Nächsten Ort, in Billingsbach, einen Laden gibt. Nichts wie hin !

Wir kauften alle noch vorhandenen Brötchen, einige Kilo Brot, Äpfel, Wurst und Käse, darauf ließen wir es uns schmecken.

Langsam, wegen eines schmerzhaften Wespenstiches in Bernis Bein, setzten wir den Weg in nordöstlicher Richtung fort. Bald bogen wir von der Straße in einen Feldweg ein, beobachteten einen Bauern beim Pflügen und machten mitten in der Landschaft Pause. Es gab die in Eberbach gekauften Nudeln mit Soße.

Anschließend an das Festmahl rannte eine kleine Gruppe voraus und suchte uns später als sie den rechten Weg verloren hatten. Sie fanden uns auch - ob das an den Waldläuferzeichen lag ? - am Wald.

Auf der anderen Seite des Forstes schickten wir Spähtrupps aus, die Gegend nach einem Platz für die Nacht durchkämmen sollten.

Ein Schutzhütte mit großer Feuerstelle war die tollste Übernachtungsstelle und so machten wir uns auf dorthin.

Während die einen Feuer machten und die Hütte herrichteten, kauften andere für das Abschußbasen ein. Es gab Würstchen, die wir über dem Feuer grillten, Krautsalat, Brot und Brötchen, Wurst, Käse und Kräutertee. Es wurde noch bis tief in die Nacht gesungen und gespielt (v.a. Mühle, Schach und Canasta).

Donnerstag, 1.8.91

Über diesen Tag gibt es nicht viel Wichtiges zu berichten.

Nach der Generalreinigung des Platzes legten wir noch das letzte Stück des Weges zum Bahnhof von Blaufelden zurück und enterten um 13:32 Uhr den Zug nach Crailheim. Den einstündigen Aufenthalt nutzten wir zum letzten Einkauf und mit viel en Keksen, Bananen und Saft im Gepäck fiel die Heimfahrt nicht schwer.

Mit etwas Verspätung, wie üblich bei der Bahn, kamen wir in Erlangen an und wechselten zum Bus nach Uttenreuth. Gegen 17 Uhr waren dann alle glücklich und zufrieden zu Hause.